Viele Hundehalter sprechen sich für eine Kastration ihres Hundes aus. Doch ein Tierarzt darf diese nicht ohne vernünftige Gründe durchführen. Das Vermeiden der Blutung während der Läufigkeit zählt beispielsweise nicht als solcher Grund. Das ist nur der Fall, wenn die Hündin an einer Erkrankung der Geschlechtsorgane leidet oder andauernd scheinträchtig ist. Auch letzterer Fall führt zu Krankheiten, weswegen hier eine Kastration zulässig ist. Im Folgenden erfahren Sie viele weitere wichtige Punkte zur Notfall-Kastration bei der Hündin.

Wann genau spricht man von einer Notfall-Kastration bei der Hündin?

Gebärmutter Statistik Das ist, wie oben gesagt, bei Erkrankungen der Fall. Dazu zählt beispielsweise Gebärmutterkrebs oder eine andere Art von Tumor. Eine Scheinträchtigkeit kann ständigen Stress verursachen, weswegen es sich dann ebenfalls um einen Notfall handelt. Denn aus Stress resultieren häufig schwere Erkrankungen, weil das Immunsystem geschwächt wird. Häufig bilden betroffene Hündinnen sogar schon Milch im Gesäuge, was wiederum oft zu einer Gesäugeentzündung führt. Diese ist sehr schmerzhaft für den Vierbeiner. Eine Milchleistenentzündung ist ebenfalls möglich. Außerdem kann eine Scheinträchtigkeit eine Gebärmutterentzündung nach sich ziehen. Diese kann natürlich auch durch andere Faktoren auftreten. In diesem Fall spricht man auch von einer Notfall-Kastration bei der Hündin.

Laut Statistik erkrankt jede 5. – 10. Hündin im Laufe seines Hundelebens an einer Gebärmutter Entzündung.

Um diese Erkrankung möglichst frühzeitig zu entdecken, ist es unerläßlich, bei bestimmten Alarmzeichen schnell zu reagieren.

Wann müssen Sie reagieren?

  • wenn sich das Durstverhalten ändert (trinkt jetzt plötzlich auffällig mehr und häufiger)
  • wenn sich die Hündin ständig oder auffällig häufig leckt
  • wenn der Bauchumfang mehr wird, obwohl Ihr Hund weniger Nahrung zu sich nimmt.

Diese Anzeichen können alle gleichzeitig auftreten, aber auch das alleinige Auftreten von nur einem Anhaltspunkt, sollte Sie dazu veranlassen, ein Untersuchung vom Tierarzt durchführen zu lassen.

Zudem ist es möglich, eine Notfall-Kastration bei der Hündin durchführen zu lassen, wenn diese bereits trächtig ist. Dann entfernt der Tierarzt bei der OP zudem die Föten. Dies wird jedoch nur höchstens bis zur dritten Trächtigkeitswoche gemacht. Wer also keinen Nachwuchs möchte, sollte vorher unbedingt gut darauf aufpassen, dass die Hündin nicht gedeckt wird!

Es handelt sich jedoch um keine besonders wichtige Geschichte, wenn sich die Hündin einfach nur während der Läufigkeit anders verhält. Sicher muss man als Hundehalter in dieser Zeit besonders gut achtgeben, wenn die Hündin auf unkastrierte Rüden trifft. Da eine Hündin jedoch nur zwei Mal im Jahr für ca. drei Wochen läufig ist, ist der vermehrte Aufwand gut zu schaffen. Ebenfalls handelt es sich nicht um eine Notfall-Kastration bei der Hündin, wenn Sie als Halter die Läufigkeit wegen der Blutung als lästig ansehen. Es gibt heutzutage viele Arten und Wege, die Hündin und das Haus/ die Wohnung sauber zu halten.

Was kostet eine Notfall-Kastration bei der Hündin?

Eine „normale“ Kastration beim Hund ohne größere Komplikationen kostet bei einer Hündin durchschnittlich circa 422€. Beim Rüden ist der Eingriff meist günstiger, da die Operation nicht so aufwendig ist. Schließlich muss der Tierarzt bei der Hündin einen langen Schnitt am Bauch anlegen und die Eierstöcke (und oft auch die Gebärmutter) herausnehmen. Da beim Rüden nur die Hoden entfernt werden, ist der Eingriff schneller ausgeführt und weniger riskant.
Notfallkastration bei der HündinHandelt es sich jedoch um eine Notfall-Kastration bei der Hündin, können die Tierarztkosten für die Kastration in ungeahnte Höhen stiegen. Entdeckt der Tierarzt beim regelmäßigen Check-Up bei Ihrem Tier einen Gebärmuttertumor, muss dieser sofort entfernt werden. Auch eine Gebärmutterentzündung zieht in den überwiegenden Fällen direkt eine Notfall-Kastration bei der Hündin nach sich. Denn diese Erkrankung lässt sich, genau wie ein Tumor, kaum durch Medikamente bekämpfen. Da gerade bösartige Tumore extrem schnell wachsen und so lebensbedrohlich werden können, kommt es hier buchstäblich auf jeden Tag an.

Das ist auch bei der Gebärmutterentzündung der Fall: Abbauprodukte, etwa nach einer Scheinträchtigkeit, bleiben bei einer Gebärmutterentzündung in der Gebärmutter zurück. Sie verändern sich eitrig und bilden lebensgefährliche Toxine aus, die das Tier von innen „vergiften“! Daher muss auch bei dieser Erkrankung sofort eine Notfall-Kastration bei der Hündin erfolgen.
Durch diese Erkrankungen wird die Kastration für den Tierarzt aber aufwändiger. Schließlich muss er neben den Eierstöcken und der Gebärmutter noch den Tumor bzw. das entzündete Gewebe entfernen. Dabei muss er darauf achten, dass dieser/ dieses auch wirklich vollständig aus dem Körper der Hündin verschwindet. Es kann dabei jedoch auch immer zu Komplikationen kommen – auch dann fällt die Rechnung in der Regel höher aus.
Dazu kommt, dass in vielen solcher Notfälle die Nachbehandlung intensiver ausfällt. Gerade nach einem Tumor muss einige Zeit später überprüft werden, ob sich nicht erneut ein Tumor gebildet hat. Beobachten sollte man zudem auch, ob sich nach dieser unfreiwilligen Kastration das Verhalten Ihrer Hündin verändert.

Notfall-Kastration bei der Hündin – Kostenbeispiel

Die Hündin Lexi hatte im Alter von 9 Jahren eine Gebärmutterentzündung, sodass bei ihr eine Notfall-Kastration erfolgte. Dieser Eingriff allein kostete 935 Euro. Doch die Hündin hatte Probleme nach der OP: Ein Teil der Wundnaht ging wieder auf. Die Wunde musste dann jeden Tag steril versorgt und nach einigen Tagen sogar noch einmal nachgetackert werden. Wäre die Naht noch weiter gerissen, hätte der Hund sogar ein zweites Mal operiert werden müssen. Die Kosten dieser Nachbehandlung beliefen sich auf ca. 150 Euro. Insgesamt war diese Notfall-Kastration bei der Hündin um einiges teurer als eine „normale“ Kastration!

Übrigens: Werden nur die Eierstöcke entfernt, heißt der Eingriff Ovarioektomie (OE). Entnimmt der Tierarzt zusätzlich die Gebärmutter, spricht man von einer Ovariohysterektomie (OHE). Ist die Hündin an sich gesund, gibt es aus medizinischer Sicht keine Vorteile, neben den Eierstöcken noch die Gebärmutter zu entfernen. Daher wenden gute Tierarztpraxen nur die OE an, um das Tier nicht zusätzlich zu belasten. Hat Ihre Hündin aber einen Gebärmuttertumor oder eine -entzündung, muss diese natürlich ebenfalls entfernt werden! Dann handelt es sich ja aber auch wieder um eine Notfall-Kastration bei der Hündin.

Gibt es eine Versicherung, die für die Kosten der Notfall-Kastration bei der Hündin aufkommt?

Bei der Hundekrankenversicherung und der Hunde-OP Versicherung sind alle Operationen aufgrund von Krankheit eingeschlossen – also auch eine krankheitsbedingte Kastration. Gerade wenn die Hündin im Zuge einer Gebärmutter Entzündung / Tumor kastriert wird, zahlen beide Versicherungen in der Regel die vollen Kosten. Ganz wichtig: Darin sind auch immer die Kosten für die Nachbehandlung enthalten! Geht es Ihrem Vierbeiner nach der OP also schlecht und es erfolgt eine ausführliche Kontrolle usw., übernimmt die Versicherung auch dies. Allerdings sind die Nachbehandlungskosten bei den Versicherungen auf 10 – 15 Tage nach dem OP-Eingriff begrenzt.

Hundekastrationsversicherung

Als Vorsorgemaßnahme ist die Hundekastrationsversicherung grundsätzlich eine gute Wahl und sollte am besten im Welpenalter abgeschlossen werden. Die Hundekastrationsversicherung befindet sich integriert in einer guten Hundekrankenversicherung oder in einer umfangreichen Hunde-OP Versicherung. Dabei sind zwei Varianten der integrierten Kastrationsversicherung zu beachten.