Unkastrierte Hündinnen haben das Risiko, an einer Scheinschwangerschaft bei der Hündin bzw. Scheinträchtigkeit zu leiden. Dann „glaubt“ das Tier, gedeckt worden zu sein, auch wenn das nicht der Fall war. Eine Scheinschwangerschaft bei der Hündin muss nicht unbedingt Grund zur Sorge geben. Allerdings gibt es auch viele Fälle, in denen die Scheinträchtigkeit ernste Auswirkungen für die Gesundheit und die Psyche des Tiers hat. Daher haben wir Ihnen in diesem Artikel alles Wissenswerte rund um das Thema Scheinschwangerschaft bei der Hündin zusammengestellt! Sollte Ihre Hündin daran leiden, haben Sie so viele nützliche Informationen zur Hand.

Was genau passiert im Fall einer Scheinschwangerschaft im Körper der Hündin?

scheinschwangerschaft bei der hündin Die Hormonlage einer Hündin ändert sich bei einer Scheinschwangerschaft bei der Hündin so, als wenn sie trächtig wäre. Dadurch ergeben sich etwa drei bis zwölf Wochen nach der Läufigkeit körperliche und psychische Veränderungen des Hundes. Diese können Sie als aufmerksamer Hundehalter schnell erkennen. Oft schwillt das Gesäuge der Hündin an, gelegentlich wird auch Flüssigkeit oder Milch gebildet. Das nennt man Pseudolaktation. Aggressives oder sogar depressives Verhalten ist ebenfalls möglich. Typisch ist auch ein Nestbau-Verhalten und das „bemuttern“ von Spielzeug oder anderen Gegenständen. Die Hündin verteidigt dann auch ihre imaginären „Welpen“, wenn man versucht, ihr diese Gegenstände/ Spielzeuge wegzunehmen.

Wenn Sie den Verdacht auf eine Scheinschwangerschaft bei der Hündin haben, sollten Sie diese dem Tierarzt vorstellen. Dieser lässt sich meist zuerst das Verhalten der Hündin beschreiben. Zudem kann er einen Ultraschall durchführen, um eine richtige Trächtigkeit auszuschließen.

Welche Probleme kann die Scheinschwangerschaft bei der Hündin auslösen?

In vielen Fällen zieht eine Scheinschwangerschaft bei der Hündin eine Gebärmutterentzündung nach sich. Das Risiko dafür ist besonders hoch, wenn die Hündin mehrmals scheinträchtig ist bzw. war. Bei einer Gebärmutterentzündung schafft der Körper es nicht, Abbauprodukte vollständig aus der Gebärmutter zu entfernen. Diese Abbauprodukte, etwa Gebärmuterschleimhaut, werden dann toxisch und können das Tier von innen vergiften. Bei einer solchen Erkrankung besteht Lebensgefahr für Ihre Hündin! Dann hilft nur noch eine Kastration, bei der die entzündete Gebärmutter entfernt wird.

Dazu kommt, dass eine Scheinträchtigkeit – besonders bei wiederholtem Auftreten – viel Stress für das Tier bedeutet. Schließlich bereitet sich ihr Körper darauf vor, Welpen zu gebären – doch das passiert nicht, da sie ja nicht wirklich schwanger ist. Für die Psyche stellt das eine enorme Belastung dar. Oft sind betroffene Hündinnen auch Rüden gegenüber aggressiver, was ebenfalls den Stress erhöht und natürlich auch für den Hundehalter Probleme mit sich bringt.

Kleinere Hunderassen wie etwa der Dackel sind häufiger von einer Scheinschwangerschaft bei der Hündin betroffen. Haben Sie eine Hündin dieser Rasse, sollten Sie also besonders gut auf Veränderungen Ihres Vierbeiners achten!

Wie behandelt man eine Scheinschwangerschaft bei der Hündin?

Im Normalfall hält dieser Zustand nur zwei bis drei Wochen an. Dann raten die Tierärzte meist davon ab, Medikamente zu verabreichen. Oft reicht es, die Hündin in dieser Zeit so gut wie möglich abzulenken und zu beschäftigen. Außerdem sollte man ihr ihren „Welpenersatz“ wegnehmen bzw. sie schon zu Beginn der Scheinträchtigkeit von solchen Gegenständen fernhalten. Hindern Sie die Hündin daran, sich am Bauch und somit am Gesäuge zu lecken. Das fördert nämlich die Milchproduktion! In Extremfällen ist es angebracht, ihr eine Halskrause anzulegen.

Hund beisst Bei stark aggressiv reagierenden Hündinnen ist jedoch oft eine Medikation notwendig, um das Tier wieder in seinen normalen Gemütszustand zu versetzen. Ist eine Hündin bei der Scheinträchtigkeit sehr aggressiv oder kommt diese häufiger vor, sollte man das Tier kastrieren lassen. Schließlich verhindert man so auch die gefährliche Gebärmutterentzündung.

Gibt es weitere Folgeerkrankungen?

Neben der Gebärmutterentzündung ist auch die Entstehung eines Gebärmuttertumors nicht unwahrscheinlich. Auch Scheidentumore kommen häufiger bei Hündinnen vor, die ein- oder auch mehrmals schon scheinschwanger waren. Ein solches Tier sollten Sie also regelmäßig auf Tumore und Entzündungen untersuchen lassen!

Oft entzündet sich auch das Gesäuge bzw. die Milchleiste. Das ist sehr schmerzhaft für das Tier und muss meist operativ behandelt werden. Gesäugetumore sind nach einer Scheinschwangerschaft bei der Hündin ebenfalls ein hohes Risiko. Wir raten Ihnen daher, Ihren Hund nach einer Scheinschwangerschaft eingehend untersuchen zu lassen!

Gibt es eine Versicherung, die mich vor den Kosten einer Behandlung schützt?

Muss Ihre Hündin nach einer Scheinschwangerschaft operiert werden, gibt es zwei mögliche Versicherungen. Zur Auswahl stehen die Hundekrankenversicherung und die Hunde-OP Versicherung. Wenn Sie eine der beiden Versicherungen rechtzeitig abgeschlossen haben und die Wartezeit – je nach Anbieter von 30 Tagen bis 3 Monaten – um ist, übernimmt diese die Kosten bestenfalls bis zu 100% im Falle einer medizinischen Notfallkastration.

Soll Ihre Hündin „nur vorsichtshalber“ operiert werden, ist aber auch der Standard-Kastrationszuschuss interessant – der Wartezeit unabhängig gezahlt wird – bevor man überhaupt nichts dazu erhält.

Hundekastrationsversicherung

Als Vorsorgemaßnahme ist die Hundekastrationsversicherung grundsätzlich eine gute Wahl und sollte am besten im Welpenalter abgeschlossen werden. Die Hundekastrationsversicherung befindet sich integriert in einer guten Hundekrankenversicherung oder in einer umfangreichen Hunde-OP Versicherung. Dabei sind zwei Varianten der integrierten Kastrationsversicherung zu beachten.